Die Web-App rechnet im Browser statt auf dem Server
Bisher lief die Weboberfläche auf einem JDK-HttpServer: Uploads landeten als
temporäre Dateien auf dem Server, die Synopse entstand dort. Das kostete
Betrieb (systemd, Reverse Proxy, Rate-Limiting, Timeouts) und verlangte ein
Datenschutzversprechen, das nur zusicherbar, nicht nachprüfbar war — gerade
Entwurfstexte verließen den Rechner der Nutzer:innen.
Neu übersetzt `./mvnw -Pwasm package` dieselbe Pipeline mit GraalVM Web Image
(`native-image --tool:svm-wasm`) nach WebAssembly, PDFBox eingeschlossen.
Ausgeliefert werden nur noch statische Dateien; gerechnet wird im Browser.
Die erzeugte Synopse ist byteweise identisch mit der der Befehlszeile
(SHA-256 verglichen für IfSG 48/27/21 und BayJG 151/3/54).
Die Befehlszeile bleibt unberührt: `./mvnw package` erzeugt unverändert das
JAR, alle Optionen und Meldungstexte sind gleich, das Wasm-Profil ist rein
additiv und verlangt Oracle GraalVM 25.1+ (die CE hat kein Web Image).
Portabilitätsschnitt (nützt beiden Fassungen):
* `Quelle` (Name + Bytes) ersetzt `Path` in der Pipeline; nur die
Befehlszeile kennt noch ein Dateisystem. Der Name trägt genau den
bisherigen `getFileName()`-Text, damit Warnungen und Quellenzeile
wortgleich bleiben.
* `DateiTyp` erkennt PDF/XML/Klartext an den Signaturbytes. Tika entfällt —
eine schwergewichtige Abhängigkeit samt ServiceLoader- und
XML-Konfiguration weniger, was der Wasm-Übersetzung unmittelbar zugutekommt.
Vier Eigenheiten von Web Image, die der Quelltext jeweils an Ort und Stelle
vermerkt:
* `java.util.zip.Inflater` ist nicht angebunden (GR-65205), ohne Inflate ist
kein PDF lesbar. `InflaterErsatz` substituiert ihn durch jzlib.
* Typisierte JS-Felder lassen sich nicht nach `byte[]` umsetzen
(„byteArrayHub is not defined“); der Dateiinhalt wandert als Base64.
* JULs Standardformatter ruft `StackWalker`, den es dort nicht gibt.
* Im Worker fehlt `document.currentScript`, worauf die Laufzeit das
Wasm-Modul neben `worker.js` sucht; die VM wird deshalb mit ausdrücklichem
Pfad ein zweites Mal gestartet.
Die Reachability-Metadaten stammen aus einem Lauf des Tracing-Agents über die
Pipeline; die PDFBox- und FontBox-Ressourcen sind als Globs ergänzt, sonst
scheitern PDFs an „Could not find referenced cmap stream Identity-H“.
Entfallen: WebMain, UploadHandler, StaticHandler, Multipart und die
systemd-Unit. Die nginx-Vorlage liefert jetzt statische Dateien aus, und die
Datenschutzseite sagt, was nun stimmt: Die Dateien verlassen den Rechner
nicht.
Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
Change-Id: I38faf2ac0f764d601f080d4276babe4747773683
diff --git a/deploy/nginx-aendggner.conf b/deploy/nginx-aendggner.conf
index f4667fb..46eacb5 100644
--- a/deploy/nginx-aendggner.conf
+++ b/deploy/nginx-aendggner.conf
@@ -1,9 +1,8 @@
-# Reverse-Proxy-Vorlage für den ÄndGgner-Webserver. Übernimmt TLS-Terminierung und
-# Rate-Limiting; der Java-Prozess selbst bindet nur an 127.0.0.1 (siehe aendggner-web.service).
+# Vorlage für die Auslieferung der ÄndGgner-Browserfassung. Es gibt keinen
+# Anwendungsprozess mehr: Der Server liefert nur statische Dateien aus
+# (Inhalt von target/web/), gerechnet wird im Browser.
#
-# Vor dem Einsatz anpassen: server_name, ssl_certificate(_key) (z. B. via certbot).
-
-limit_req_zone $binary_remote_addr zone=aendggner:10m rate=10r/m;
+# Vor dem Einsatz anpassen: server_name, ssl_certificate(_key) (z. B. via certbot), root.
server {
listen 80;
@@ -20,20 +19,29 @@
ssl_certificate /etc/letsencrypt/live/aendggner.example.org/fullchain.pem;
ssl_certificate_key /etc/letsencrypt/live/aendggner.example.org/privkey.pem;
- # Muss zum Upload-Limit von UploadHandler (MAX_BODY_BYTES, aktuell 40 MB) passen.
- client_max_body_size 40m;
+ # Inhalt von target/web/ — ohne aendggner.js.wat, das nur ein Zwischenschritt
+ # des Übersetzers ist.
+ root /var/www/aendggner;
+ index index.html;
+
+ # Ohne diesen Typ lehnt der Browser die Streaming-Instanziierung des Moduls ab.
+ types {
+ application/wasm wasm;
+ }
+
+ gzip on;
+ gzip_types application/wasm application/javascript text/css text/html;
+ gzip_min_length 1024;
+
+ # Das Wasm-Modul ist einige Megabyte groß und ändert sich nur mit einer neuen
+ # Fassung; vorkomprimierte .gz/.br daneben zu legen lohnt sich (ngx_brotli bzw.
+ # gzip_static).
+ location ~ \.(wasm|js|css)$ {
+ expires 7d;
+ add_header Cache-Control "public";
+ }
location / {
- limit_req zone=aendggner burst=5 nodelay;
-
- proxy_pass http://127.0.0.1:8080;
- proxy_set_header Host $host;
- proxy_set_header X-Real-IP $remote_addr;
- proxy_set_header X-Forwarded-For $proxy_add_x_forwarded_for;
- proxy_set_header X-Forwarded-Proto $scheme;
-
- # Etwas großzügiger als der 30s-Timeout der Anwendung, damit deren eigene
- # 504-Antwort den Nutzer erreicht statt eines nginx-eigenen Timeouts.
- proxy_read_timeout 35s;
+ try_files $uri $uri/ =404;
}
}